Aggressivität einer Katze

Lissie

Ende Januar 2010 wurde ich kurzfristig in einen Katzenhaushalt gerufen. Eine Studentin und ihr Mann suchten dringend Hilfe wegen ihrer aggressiven Katze "Lissie". Beide hatten mittlerweile Angst vor ihrem Tier und wollten es notfalls abgeben.

Wir führten eine 2-stündige Anamnese durch, damit ich mir ein umfassendes Bild von Lissie machen konnte:
Lissie kam vor 3 Jahren aus einer privaten Haltung, war total verwurmt und voller Milben. Wahrscheinlich war sie erst 4-5 Wochen alt; sie nuckelte dauernd und war noch sehr klein. Die Katze lebte sich sehr schnell ein und zeigte kein auffälliges Verhalten.

Lissies erster Angriff erfolgte, nachdem ihre Besitzerin von einem Auslandssemester zurückkehrte. Die Katze hatte mehrere Monate nur mit ihrem Besitzer das Sofa geteilt und duldete nicht, dass noch jemand sich dazusetzen wollte.
Nach diesem Angriff setzte sich Lissie über Monate hinweg immer mehr durch und wurde zunehmend aggressiver. Versuchte sie beim Frühstück Wurst zu stehlen und wurde weggescheucht, griff sie an und spuckte.

Zum Zeitpunkt meines Besuches waren 2-3 Angriffe pro Tag an der Tagesordnung. Wenn Lissie zubiss, ließ sie nicht mehr los. Bei einer Attacke wurde die Studentin bis auf den Knochen gebissen. Ihre Besitzer schützen sich mit einem Teppich vor ihr und sperrten sie tagsüber in einen Raum.
Besuch wurde seit mehreren Wochen nicht mehr empfangen, weil dieser auch angegriffen wurde. Das Sofa gehörte Lissie seit einem Monat allein!

Lissie erhielt unterstützend zur nun einsetzenden Verhaltenstherapie eine speziell für sie angefertigte Bachblütenmischung, die über Wochen verabreicht wurde. Ihre Besitzer lernten, sich souverän und sicher der Katze gegenüber zu verhalten, ihr Grenzen zu setzen und klar und deutlich in ihrer Kommunikation gegenüber dem Tier zu agieren.

Einen Angriff seitens Lissie hat es nicht mehr gegeben. Ihre Besitzerin sitzt wieder entspannt mit ihr zusammen auf dem Sofa. Auch Besucher können sich wieder problemlos in Lissies Reich aufhalten.