Haltung von Rennmäusen

Rennmaus

Rennmäuse oder "Gerbile" stammen aus den Trockengebieten Afrikas und Asiens. Zoologisch gehören sie nicht zur Gattung der echten Mäuse, sondern zu den Mäuseartigen. Sie sind nahe verwandt mit den Wühlmäusen und den Hamstern.

In freier Wildbahn lebt die braune Wildform in größeren Gruppen, die aus mehreren Sippen bestehen. Aus diesem Grund müssen diese geselligen Tiere mindestens zu zweit gehalten werden. Am besten eignen sich gleichgeschlechtliche Tiere aus einem Wurf. Bei einer Paarhaltung muss mit reichlich Nachwuchs gerechnet werden. Vorsicht ist geboten bei der Verpaarung fremder Rennmäuse, da dies mit einem tödlichen Streit enden kann.

Wilde Rennmäuse leben in ausgedehnten unterirdischen Höhlensystemen. Daher müssen sie ihren Drang, ständig buddeln und graben zu wollen, auch in Gefangenschaft ausleben dürfen. Dementsprechend muss ein geräumiger Käfig eine Bodenwanne mit mindestens 15cm Höhe für die Einstreu haben. Ideal für die Rennmaushaltung sind auch Terrarien (auf guten Luftaustausch achten!) oder die mittlerweile im Handel erhältlichen Kombinationen von Terrarium und Käfig. Hierbei gilt, wie bei allen Käfigtieren, je größer die Behausung, desto wohler fühlen sich die Tiere. Eingebaute Zwischenetagen, die die Grundfläche vergrößern, sorgen ebenso für Abwechslung wie frische Äste und Zweige, Wurzeln, Pappschachteln, Holzröhren, Leitern und Kletterseile. Als Schlafhäuschen und Versteckmöglichkeit können umgedrehte Tontöpfe oder Holzhäuschen dienen. Gerne wird auch eine mit Sand gefüllte Schale für die Fellpflege benutzt. Ein Laufrad, welches der Größe der Rennmäuse angemessen sein sollte und so verarbeitet sein muss, dass sich weder Kopf, Beinchen noch Schwanz einklemmen können, vervollständigen das Nagerheim. Laufrad und großer Käfig können aber nicht dem enormen Bewegungsdrang der Rennmäuse gerecht werden (Rennmäuse sind alle 2-5 Stunden aktiv). Deshalb sollten die Tiere mehrmals wöchentlich in einem geeigneten Raum unter Aufsicht frei laufen dürfen.

Im Zoofachhandel sind fertige Futtermischungen für Rennmäuse erhältlich, die man noch mit verschiedenen Hirsesorten anreichern kann. Zusätzlich können in Maßen Grünfutter, Gemüse, Obst und gelegentlich tierisches Eiweiß z.B. in Form von Mehlwürmern angeboten werden. Heu und Stroh als Nestmaterial und eine Trinkflasche dürfen in keinem Rennmausheim fehlen.

Da Rennmäuse als Steppenbewohner mit einer geringen Wassermenge auskommen müssen, ist ihr Kot sehr trocken Sie setzen auch in Gefangenschaft relativ wenig Urin ab. Trotzdem muss die Urinecke täglich gereinigt werden. Gleichermaßen verhält es sich mit dem Futtergefäß und der Trinkflasche. Bei Bedarf sollten Badesand und Nestmaterial ersetzt werden. Einmal pro Monat muss die gesamte Einstreu entfernt werden. Käfig oder Terrarium und Zubehör (Leitern, Wurzeln etc.) werden mit warmem Wasser gut gesäubert, bevor die kleine Rennmausgruppe wieder in ihr frisches Heim einziehen kann.