Haltung von Lemmingen

Lemming

Das Ursprungsgebiet des grauen Steppenlemmings (Lagurus lagurus) erstreckt sich von der Ukraine bis zur Mongolei. Zoologisch gehört er nicht zur Gattung der "Lemminge", sondern zu den "Eigentlichen Wühlmäusen".

Lemminge sind sehr soziale Tiere mit einer klaren Rangordnung . Geschwistertiere, die nach der Geburt nicht getrennt wurden, sind am verträglichsten. Männchen sollten nur zu zweit gehalten werden, bei Weibchen kann eine gerade Anzahl von Lemmingen von Vorteil sein. Die Haltung eines Lemmingpaares ist nicht zu empfehlen, da sich Lemminge rasant vermehren!

Lemminge sind sowohl tag- als auch nachtaktiv. Besonders während der Dämmerungszeit wird gebuddelt, Futter gesucht, gekuschelt, gespielt und gerangelt. Ein großes Aquarium mit einer guten Abdeckung (auf gute Luftzirkulation achten!) sollte mindestens 20-25 cm hoch eingestreut werden, damit die Lemminge ihr Höhlen- und Gangsystem anlegen können. Vorsicht ist geboten bei schweren Einrichtungsgegenständen wie Tonhäuschen, Steine etc.. Werden diese auf die Einstreu gestellt, kann es durch das Graben des Lemmings zu Einstürzen kommen.

Zur Grundausstattung gehören Schlafhäuschen, Sandbad, Wurzeln, Papprollen und ein Holzlaufrad. Letzteres dient auch zum Stressabbau bei Rangordungskämpfen in der Gruppe. Mit ein bisschen Phantasie kann man für die kleine Lemmingtruppe ein kleines Spiel- und Entdeckungsparadies bauen (z.B. Labyrinthe aus Karton).

Auf Etagen, die durch Rampen oder Brettchen zu erreichen sind, sollte Futter und Wasser gereicht werden. In einem Futternapf erhalten die Lemminge verschiedene Kleinsämereien, Trockengemüse und getrocknetes Grünfutter. Zusätzlich reicht man in kleinen Mengen Gemüse, Kräuter, Obst und Eiweißfutter (z.B. Mehlwürmer). Letzteres gibt man 1x pro Woche. Heu sollte immer im Lemmingheim vorhanden sein; es wird nicht nur gefressen, sondern auch zum Nestbau verwendet.

Lemming Lemminge legen in ihrem Heim Pfade und Duftspuren zur besseren Orientierung an. Wird nun das komplette Gehege gereinigt, gehen alle Duftspuren verloren, was für die Lemmingtruppe massiven Stress bedeutet. Daher ist es ratsam, alle zwei Wochen abwechselnd nur eine Hälfte des Geheges zu säubern. Die Lemminge werden hierzu aus ihrer Behausung genommen und in eine Transportbox gesetzt. Die Hälfte der Einstreu wird herausgenommen und Boden sowie Seitenwände werden mit Wasser gereinigt, bevor das Lemmingheim wieder genauso eingerichtet wird, wie es vor der Reinigung war. Futter- und Wassergefäß (oder Trinkflasche) müssen täglich gereinigt und neu befüllt werden.

Besonderheiten: Bei der Fütterung sollte auf Obst mit hohem Zuckeranteil verzichtet werden, da die Tiere leicht Diabetes bekommen!